Die Natur übertroffen: Maulesel

Das Maultier ist ein nicht fortpflanzungsfähiger Hybrid. Sie entstehen bei der Kreuzung einer Pferdestute mit einem Eselhengst und ähneln eher dem Mutter- als dem Vatertier. Im Vergleich zu Pferden besitzen Maultiere jedoch eine dickere Haut und sind weit weniger scheu als eben diese. Eine sichere Unterscheidung zwischen Maultier, Esel und Pferd wird anhand der Zähne vorgenommen.

Maultiere werden gezüchtet, da durch die Kreuzung ein besonders belastbares Nutztier entsteht, welches die Kraft und Schnelligkeit der Pferde, mit der Ausdauer und Zähigkeit des Esels verbindet. Die Mischlinge gelten als gutmütig und erholen sich schnell von Belastungen. Ihre Hufen ähneln denen der Esel und eignen sich besser als die der Pferde für steinige, unwegsame Untergründe. Maultiere sind besonders gut für eine Nutzung in der Landwirtschaft geeignet und haben sich durch ihre Willensstärke den Ruf erworben, besonders stur zu sein. Es gibt Zeugen die gesehen haben, wie Maultiere Raubtiere in die Flucht geschlagen haben.

Die Züchtung von Maultieren geht bis in die Zeit des alten Orients zurück. In der Antike galten die Mischlinge als die edelsten aller Tiere. Seit dem Mittelalter gelangte die Kreuzung in alle Erdteile. Besonders unter geografisch und klimatisch schweren Bedingungen spielen Maultiere als Lasttiere weiterhin eine wichtige Rolle. Trotz neuerer, technischer Hilfsmittel ist das Maultier auch heute noch das wichtigste Tragetier der Welt und wird dort eingesetzt, wo die Technik an ihre Grenzen stößt. So zum Beispiel beim Versorgen von Erdbebenopfern in Pakistan, in hohen Lagen und unwegsamen Gebieten.