Ein Neuweltkamel

Lamas sind so genannte Neuweltkamele, die sich von den Kamelen der alten Welt vor allem durch ihren kleinen Wuchs und das Fehlen eines Höckers unterscheiden. Lamas erreichen eine Körperlänge von 1,20 m bis 2,20 und nur ein Gewicht von 55 bis 150 kg. Wie alle Tiere der Familie der Kamele fallen sie in die Ordnung der Paarhufer und die Unterordnung der Schwielensohler.
In ihrer Heimat Südamerika werden sie als Nutztiere zur Wollgewinnung und zur Lastenbeförderung schon seit etwa 4000 bis 5000 Jahren gehalten.
Die Gattung der Lamas kann weiter in die drei Unterarten Guanako, Lama und Alpaka unterteilt werden. Während es sich beim Guanako um eine wildlebende Form handelt, sind Lama und Alpaka Zuchtformen. Eine dem Guanako ähnliche Kamelgattung ist auch das in Südamerika vorkommende Vikunja, das mit einer Schulterhöhe von 1 m und nur 50 kg Gewicht noch kleiner und schlanker gebaut ist als die Lamas.
Die beiden domestizierten Arten entstanden durch diverse Kreuzungen mit Guanako, untereinander und auch Vikunja, so dass ihre Verwandschaftsverhältnisse nicht mehr genau nachzuvollziehen sind.

Alpakas sind für ihre qualitativ hochwertige Wolle bekannt, sie werden heute in Südamerika in großen Herdenn gehalten und jährlich geschoren.
Erst seit den 70er Jahren hat man außerhalb Südamerikas die Haltungsmöglichkeiten der Lamas als Haustiere erkannt. Sie sind wegen ihrer gewohnten kargen Umgebung sehr anspruchslos sowohl im Hinblick auf Nahrung als auch klimatische Bedingungen. Obwohl sie über eine enorme Sprungkraft verfügen, und über hohe Zäune setzen können, bleiben diese gutmütigen Herdentiere meist von sich aus an ihrem angestammten Platz.